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Telematik Infrastruktur

Was ist die Telematik-Infrastruktur

Die Telematik-Infrastruktur (TI) ist ein geschlossenes und hochsicheres Netzwerk, das die sichere digitale Verbindung zwischen Ärzten, Therapeuten, Kliniken und Praxen, Apotheken und Krankenkassen herstellt. Sie wurde über viele Jahre entwickelt, um verschiedene Akteure im Gesundheitswesen mit einander zu vernetzten.

Wir haben für Sie zwei Videos erstellt, in dem wir Ihnen möglichst verständlich erklären möchten, was nach der Anbindung an die TI beim Einlesen der Chipkarte in Ihrer Praxis passiert.

Die Videos wurden im Oktober 2018 erstellt. Das erste Video stellt allgemein dar, was die Telematik-Infrastruktur ist, was man dazu braucht und was mit den eingelesenen Daten geschieht.

Dieses Video ist an einer Stelle nicht mehr aktuell: Die im Video gezeigte Installationsvariante im Parallelbetrieb muss nach heutigem Stand, zusätzlich mit einer Hardware-Firewall abgesichert werden!
Eine Hardware-Firewall ist nicht Teil des TI-Komplettpaketes und muss von den Praxisinhaber*innen zur Verfügung gestellt werden. Ausführlichere Infos entnehmen Sie bitte unserem Artikel Praxissicherheit.

Dieses Video erklärt jedoch nach wie vor sehr anschaulich, was beim Vorgang des Versichertenstammdatenabgleichs abläuft.

 

 

Im zweiten Video zeigen wir Ihnen, was es nach dem Anschluss an die TI im Programm Neues gibt.

 

 

 

Wofür wird die Telematik-Infrastruktur eingesetzt?

Seit dem 30. Juni 2019 müssen alle Praxen an die TI angeschlossen sein, um das Versichertenstammdatenmanagement (VDSM) durchzuführen. Zukünftig werden aber noch weitere Anwendungen dazukommen.

Damit Ihnen die vielen Abkürzungen nicht den Blick auf die Sonne versperren, haben wir Ihnen ein Abkürzungsverzeichnis erstellt.

 

Beim VSDM sollen die Versichertenstammdaten der gesetzlich Krankenversicherten, die auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gespeichert sind, aktuell gehalten werden. Zu den Versichertenstammdaten gehören persönliche Daten wie Name, Geburtsdatum und Anschrift sowie Angaben zur Krankenversicherung, also Krankenversichertennummer und Status.
Das VSDM ist für alle Praxen Pflicht. Dies wurde im Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen, dem sogenannten E-Health-Gesetz festgelegt. Was genau beim Einlesen der Chipkarte passiert, erklären wir im ersten Video.

Darüber hinaus bietet die TI auch freiwillige Anwendungsmöglichkeiten. Künftig soll ein Patient seine Notfalldaten (NFDM) und seinen Medikationsplan (eMP/AMTS) auf seiner eGK speichern lassen können. Dieser Dienst ist freiwillig und kann vom Patienten genutzt werden, wenn er oder sie das möchte. Der Patient behält dabei die Hoheit über seine Daten und bestimmt selbst, was auf seiner eGK gespeichert werden darf und wer Zugriff darauf haben soll.

 

Über den E-Medikationsplan (eMP) sollen alle Heilberufler, die an der Behandlung eines Patienten beteiligt sind, Informationen über die Medikation erhalten. Dieser Austausch soll wesentlich zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) beitragen.

 

 

Diese beiden Anwendungsmöglichkeiten sollen die Behandlungsqualität in Notfällen verbessern und unerwünschte Nebenwirkungen von nicht kompatiblen Arzneimitteln minimieren. Die Gefahr von Fehl- und Doppelverordnungen soll ebenfalls reduziert werden.

 

 

Weitere Anwendungen der TI, die schon in naher Zukunft hinzukommen werden sind der KIM-Nachrichtendienst und die elektronische Patientenakte.

 

KIM (ehemals Kom-LE) wird bald als weitere Anwendung der TI hinzukommen. Sie können dann einen KIM-Dienst verwenden, um Nachrichten und Dokumente schnell und sicher an andere an die TI angebundene Leistungserbringer zu schicken. Sie können also mit einem KIM-Dienst verschlüsselte Mails an andere Praxen oder zukünftig auch an andere an die TI angebundenen Einrichtungen (z.B. Krankenkassen, Apotheken und Krankenhäuser) versenden. KIM soll eine sichere elektronische Kommunikation im Gesundheitswesen ermöglichen.

 

Ab Januar 2021 wird die ePA- elektronische Patientenakte von den Krankenkassen angeboten. Ab 01.07.21 sollen auch die Praxen die notwendigen Komponenten und Funktionen für PatientInnen zur Verfügung stellen. In der ePA können gesetzlich Versicherte ihre Gesundheitsdaten in eine Art digitalem Patientenbuch speichern. Die Nutzung der ePA ist für den Patienten ebenfalls freiwillig, und nur die Versicherten selbst entscheiden, welche Dokumente in der ePA gespeichert werden, und wer Zugriff darauf erhält. Ob überhaupt eine ePA angelegt wird, entscheidet der Patient alleine.

 

Damit all diese Anwendungen möglich werden, wird der secunet- Konnektor über ein Update weiterentwickelt. Der Entwicklungsstand des Konnektors wird über die sogenannte Produkttypversion definiert. Aktuell wird der secunet- Konnektor von Produkttypversion 1 auf Produkttypversion 3 aktualisiert. Mit dem PTV3-Update wird der Konnektor zu einem eHealth-Konnektor.

 

Mit dem PTV3-Update wird der Funktionsumfang des Konnektors erheblich erweitert. Unter anderem sind die technischen Voraussetzungen für die qualifizierte elektronische Signatur (QES) geschaffen worden.

 

 

In Verbindung mit einem eHBA kann eine Person ein elektronisches Dokument rechtssicher unterschreiben. Dies wird zum Beispiel für den elektronischen Versand vom eArztbrief, dem eRezept oder der eAU benötigt. Der Versand dieser elektronischen Dokumente erfolgt zukünftig dann über KIM.

 

 

Das VSDM kommt nun schon seit geraumer Zeit in den Praxen zur Anwendung. Die anderen TI-Anwendungen werden in naher Zukunft folgen. Dies ist der ursprüngliche Zeitplan für die Umsetzung der weiteren Anwendungen. Aktuelle Informationen zu den neuen Anwendungen finden Sie unter den jeweiligen Menüpunkten.

 

 

 

 

 

 

 

Grundsätzliche Fragen zur Telematik-Infrastruktur

  1. Wenn Sie nicht an der TI teilnehmen, ändert sich für Sie im PsyPrax-Programm gar nichts. Sie müssen nichts beachten und können so weiterarbeiten wie bisher.
    Es soll in der Zukunft jedoch eine Veränderung bei den elektronischen Gesundheitskarten (eGK) geben, sodass diese nur noch mit einem TI-Kartenleser und dem Konnektor auslesbar sind. Diese Veränderung muss von der Gesellschafterversammlung der gematik beschlossen werden und wird von der KBV und den KVen kommuniziert werden.
    Außerdem kann es zu Honorarkürzungen kommen, je nach KV von bis zu 2,5%. Genaue Informationen erfragen Sie bitte bei Ihrer KV.

  2. Nein. Der gesetzliche Auftrag der gematik sieht eine enge Abstimmung mit dem Bundesbeauftragten für Datenschutz und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik vor.

    Auf der Webseite der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (Webseite, externer Link) finden Sie ausführliche Informationen zu dieser Frage.

  3. Am 23.01.2021 ist die IT-Sicherheitsrichtlinie in Kraft getreten. Diese wurde vom Gesetzgeber beauftragt und von der KBV/KZBV und dem BSI umgesetzt. Diese Richtlinie soll den Praxen zu einem „gesamthafte Sicherheitskonzept“ verhelfen, das weit über das Thema TI hinausreicht. Lesen Sie dazu bitte unseren Artikel unter Sichere Praxis IT.