Die Evolution des TI-Zugangs: Konnektor und TIaaS
In der ersten Ausbaustufe der Telematikinfrastruktur erfolgte der TI-Zugang über einen Konnektor. Diese mit einem spezialisierten Internetrouter vergleichbare Hardware-Komponente steht vor Ort in den Gesundheitseinrichtungen wie Praxen, Apotheken und Krankenhäusern.
Alternativ zum lokalen Konnektor konnten Gesundheitseinrichtungen später den Konnektor auch an Dienstleister auslagern, die Konnektor-Farmen in Rechenzentren betreiben und Installation, Wartung und Updates als Service anbieten („TI as a Service“, kurz TIaaS).
TI-Zugang aktuell: Ausbaustufe TI-Gateway
Aktuelle Evolutionsstufe des TI-Zugangs ist das TI-Gateway. Unter anderem sollen Gesundheitseinrichtungen und Praxen einen niedrigschwelligen Anschluss an die Telematikinfrastruktur erhalten und vom Betrieb eigener Konnektoren entlastet werden.
Das TI-Gateway ist die Weiterentwicklung des TIaaS-Modells auf Basis von leistungsstarken Highspeed-Konnektoren (HSK), die bis zu 4.000 physische Einbox-Konnektoren ersetzen. Eine Vielzahl von Einrichtungen teilt sich einen Highspeed-Konnektor und greift per sicherem VPN-Zugang auf den HSK zu. Größte Änderung: Nur von der gematik geprüfte und zugelassene Dienstleister dürfen TI-Gateway anbieten. Voraussetzung ist die Erfüllung der ebenfalls von der gematik definierten Sicherheitsspezifikationen. Die Betriebsverantwortung für den HSK liegt beim Anbieter des TI-Gateways.
Nach und nach sollen sich via TI-Gateway auch weitere Gesundheitsakteure wie Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen oder Physiotherapie-Praxen an die TI anbinden, um TI-Anwendungen wie ePA oder das Kommunikationsverfahren KIM nutzen zu können. Mit dem geplanten mobilen TI-Zugang per Smartphone und App – sowohl für Leistungserbringer als auch für Patient:innen – wird das TI-Gateway perspektivisch ein breites Spektrum an Verbindungsmöglichkeiten ermöglichen.
(Stand: April 2025)
Quellen und vertiefende Informationen
gematik Infoseite zur TI-Anbindung
gematik Infoblatt zum TI-Gateway (PDF)