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Telematik Infrastruktur

NFDM/eMP – Das Notfalldatenmanagement und der elektronische Medikationsplan

bislang wurde die Telematik-Infrastruktur genutzt, um in den Praxen den Versichertenstammdatenabgleich durchzuführen. Dabei werden die Patientendaten die auf der eGK gespeichert sind mit den vorhandenen Daten der jeweiligen Kasse abgeglichen und ggf. aktualisiert.

In den nächsten Jahren sind weitere Ausbaustufen der TI mit weiteren Funktionen geplant. Als nächste Stufe werden das Notfalldatenmanagement (NFDM) und der elektronische Medikationsplan (eMP) umgesetzt. Dafür sind kostenpflichtige Erweiterungen der Konnektor-Software und dem PsyPrax32-Programm notwendig, die Sie von Ihrer KV erstattet bekommen.

Mit der aktuellen Konnektor-Version 3.5.2 haben die ersten Anpassungen bereits stattgefunden. Die Integration der qualifizierten elektronischen Signatur (QES) ist darin enthalten, was in Verbindung mit dem eHBA, der PsyPrax32-Programmerweiterung und dem Konnektor-Upgrade das Notfalldatenmanagement ermöglicht.

Die Erweiterung der PsyPrax32-Software und des TI-Konnektors, mit den neuen Funktionen (NFDM und eMP), ist für alle Ärzte und Psychotherapeuten verpflichtend, um für die weitern Ausbaustufen qualifiziert zu sein.

 

Wie ist nun vorzugehen?
Wichtig ist, dass Sie das aktuell zur Verfügung stehende kostenfreie Konnektor-Update 3.5.2 eingespielt haben.

  1. Bitte überprüfen Sie den Versionsstand des Konnektors über das PsyPrax32-Programmmenü „Konnektor(TI)“ und dort auf „Info“.

  2. Sollte die Version niedriger sein, können Sie das Konnektor-Update selbständig über den Menüpunkt „Konnektor(TI)“ anstoßen. Gehen Sie dazu bitte auf den Untermenüpunkt „SecuNet-Konnektor“ und dann auf „Konnektor-Firmware-Update“. Sollten Sie eine Versionsauswahl erhalten, machen Sie bitte einen Mausklick auf die Versionszeile 3.5.2. Die Aktualisierung müssen Sie mit dem Benutzernamen „super“ und dem dazugehörigen Passwort bestätigen. Nach spätestens 10 Minuten sollte der Konnektor wieder einsatzfähig sein. Damit sich PsyPrax32 und der Konnektor wieder verbindet, starten Sie bitte auch das Programm neu oder nutzen Sie die Funktion „Verbindung zum Konnektor neu aufbauen“. Diese Funktion finden Sie ebenfalls im Programm-Menü unter „Konnektor (TI)“.
  3.  

    Ende des 1.Quartals wird es ein PsyPrax32-Update geben, woraufhin der Besitzer des Konnektors aufgefordert wird, das Konnektor-Upgrade durchzuführen. Über dieses Upgrade erfolgt die Freischaltung von NFDM und eMP im Konnektor.

    Anfang des 2.Quartals wird es ein weiteres PsyPrax32-Update geben, in dem die notwendige Erweiterung der Software für NFDM und eMP in PsyPrax32 implementiert wird.

    Mit der Erweiterung des PsyPrax32 und des Konnektors stellen Sie die Betriebsbereitschaft für NFDM und eMP her und haben somit einen Anspruch auf Erstattung.

    Wir haben uns bemüht, diesen Prozess für Sie so einfach wie möglich zu gestalten.

    Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung. Bitte stellen Sie diese ausschließlich an folgende E-Mail-Adresse: ehealth@psyprax.de

     

  4. Für die Erstattung bei Ihrer KV gibt es verschiedene Möglichkeiten:

    Wir übermitteln in der Abrechnungsdatei, die Sie am Quartalsende an Ihre KV schicken, den Versionsstand des Konnektors. Bei manchen KVen wird der Erstattungsbetrag automatisch ab der Konnektor-Version 3.5.2 mit der nächsten Abschlagszahlung ausgezahlt. Der Erstattungsprozess kann
    bei manchen von Ihnen also bereits eingeleitet sein.

    Andere KVen sehen vor, dass Sie im KV-Portal mitteilen, ob die Betriebsbereitschaft für die Fachanwendungen NFDM und eMP gegeben ist. Den Stand oder den Ablauf der Erstattung erfragen oder schauen Sie bitte bei Ihrer KV nach.

    Wir haben Ihnen eine Linkliste mit den Informationen der KVen zusammengestellt:

  5. Die Funktionserweiterung mit NFDM und eMP kostet für alle Nutzer des Konnektors einmalig jeweils 530,- Euro. Die zugehörige Rechnung erhalten Sie im 2. Quartal 2021 von uns.
    Durch die Betriebsbereitschaft für NFDM und eMP erhöhen sich die monatlichen Betriebs- und Wartungskosten um 1,50 Euro.

    Alle Nutzer des Konnektors bekommen diese Beträge vollständig erstattet.

    Die Finanzierungsvereinbarung der NFDM/eMP-Ausstattung können Sie der Homepage der KBV entnehmen.

  6. Ärztliche Psychotherapeuten oder Fachärzte benötigen für die Nutzung einen eHBA.

    Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendpsychotherapeuten brauchen den ePtA ab Mitte des Jahres für die weiteren TI-Anwendungen. Daher raten wir zu einer zeitnahen Bestellung, sobald diese möglich ist.

    Besuchen Sie bitte regelmäßig unsere Homepage, um aktuelle Informationen zu erhalten.

  7. Die gematik hat zu diesen Prozessen jeweils eine 4-Schritte Anleitung veröffentlicht, die wir Ihnen an dieser Stelle auch zur Verfügung stellen:

    Anlegen eines eMedikationsplans

    Auslesen eines eMedikationsplans

    Anlegen eines Notfalldatensatzes

    Auslesen eines Notfalldatensatzes

  8. Anspruch auf ein zusätzliches Kartenlesegerät hat man je angefangene 625 Betriebsstättenfälle. Die Pauschale beträgt dann 595,00 € je Terminal. Besprechen Sie die Erstattung des Kartenlesegerätes vorab mit Ihrer KV.

    Die Finanzierungsvereinbarung der NFDM/eMP-Ausstattung können Sie der Homepage der KBV entnehmen.

  9. Die Seiten der KBV und der gematik empfehlen wir als weiterführende Informationsquellen.

    Informationen zum eMP:
    KBV (externer Link)
    gematik (externer Link)

    Informationen zum NFDM:
    KBV (externer Link)
    gematik (externer Link)

  10.  
     

    ePA – Die elektronische Patientenakte

    Ab 2021 können gesetzlich Versicherte mit der ePA ihre Gesundheitsdaten in eine Art digitalem Patientenbuch speichern. Die Nutzung der ePA ist freiwillig, und nur die Versicherten selbst entscheiden, welche Dokumente in der ePA gespeichert werden, und wer Zugriff darauf erhält. Ob überhaupt eine ePA angelegt wird, entscheidet der Patient alleine.

     

    1. Das entscheidet jeder Versicherte selbst.

      Es wird beispielsweise möglich sein, Röntgenbilder oder Arztberichte in der ePA abzulegen, aber auch Blutwerte, Informationen zu Allergien, Impfungen, Medikation und Vorbehandlungen.

       

    2. Erstmal nur der Versicherte selbst. Zudem kann der Versicherte Ärzten und Psychotherapeuten eine zeitlich begrenzte Zugriffsberechtigung auf seine ePA gewähren.

      Zum Erteilen eines zeitlich limitierten Zugriffsrechts wird die elektronische Gesundheitskarte des Versicherten eingelesen, und der Versicherte muss seine persönliche Geheimzahl am Kartenlesegerät der Praxis eingeben. Behandler können dadurch zunächst nur gemeinsam mit dem Versicherten und nach expliziter Freigabe vom Versicherten auf die ePA zugreifen.

      Wie lange das Zugriffsrecht gilt, ist vom Versicherten festlegbar. Der Zugriff kann beispielsweise für einen Tag, oder gerade bei einer längerfristigen Behandlung auch für einen längeren Zeitraum wie ein Jahr erteilt werden. Das zeitlich begrenzte Zugriffsrecht kann vom Versicherten jederzeit widerrufen werden, beispielsweise unter Verwendung einer eigens für die ePA bereitgestellten App.

      In Zukunft können Versicherte auch anderen an die Telematikinfrastruktur (TI) angebundenen Leistungserbringer, beispielsweise Apotheken, Krankenhäusern oder Zahnärzten temporären Zugriff auf ihre ePA erteilen.

    3. Nur wenn der Patient es ausdrücklich erlaubt (temporäres Zugriffsrecht), ist es dem Behandler möglich, ein Dokument in der ePA abzulegen.

      Ärzte und Psychotherapeuten mit vom Patienten erteilten Zugriffsrecht können über die TI ein Dokument aus PsyPrax32 in die ePA hochladen. Dabei wird das für die ePA ausgewählte Dokument in die ePA kopiert und ist damit weiterhin in PsyPrax32 gespeichert. Das Hochladen des Dokuments muss gezielt vorgenommen werden, Dokumente werden nicht automatisch in der ePA gespeichert.

    4. Ein Leben lang, außer der Patient löscht sie.

    5. Infos von der gematik: https://www.gematik.de/anwendungen/e-patientenakte/ (mit kurzem Erklärvideo zur ePA)
      Infos von der KBV: https://www.kbv.de/html/epa.php
      private Website: https://epa-fakten.de/