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Telematik Infrastruktur

Aktuelles zu KIM, ePA und dem PTV3-Update

Der secunet-Konnektor wird gerade über ein Update von Produkttypversion 1 auf Produkttypversion 3 aktualisiert (PTV3-Update) und erreicht damit seine nächste Entwicklungsstufe. Der Funktionsumfang des Konnektors wird mit diesem Update erheblich erweitert.

 

Das langerwartete Release V3.5.2 (Ergänzungsupdate) des Konnektors steht nun zur Verfügung. Sie werden u.a. beim Programmstart aufgefordert, dass neue Update einzuspielen. Bitte führen Sie das Update zeitnah durch. Wenn Sie eine Updateversions-Auswahl erhalten, achten Sie bitte darauf die V3.5.2 auszuwählen!

Alternativ können Sie das Update über folgenden Weg einspielen: im Programmmenü auf „Konnektor(TI)“ => „SecuNet-Konnektor“ => „Konnektor-Firmware-Update…“.

Es folgt eine Passwortabfrage für den Benutzer „super“. Am Ende des Updates wird der Konnektor neugestartet. Sobald Sie die Rückmeldung erhalten haben, dass das Konnektor-Update erfolgreich eingespielt wurde, starten Sie bitte auch PsyPrax32 einmal neu. Da der Konnektor neu gestartet wurde, wird beim Neustart des Programms die PIN der SMC-B-Karte abgefragt.

 

Da das PTV3-Update den Funktionsumfang des Konnektors in großem Maße ausbaut, erfolgt es in mehreren Updateschritten.
Der erste Update-Schritt, der aktuell zur Verfügung steht, ermöglicht neben vielen anderen Funktionen im Hintergrund, vor allem die qualifizierte elektronische Signatur (QES). Damit wird die Voraussetzung z.B. für das Versenden elektronischer Dokumente über KIM geschaffen. Sobald Sie das Update im Laufe des 4. Quartals geladen haben, wird der aktualisierte Updatestand des Konnektors mit der Abrechnung 4/2020 an Ihre KV übermittelt. Dies bewirkt, dass die Erstattung des nächsten Updatesprungs in Gang gesetzt und Ihnen mit der Abrechnung ausgezahlt wird (530 EUR). Genauere Infos bezüglich der Erstattung erfragen Sie bitte bei Ihrer KV.

 
 

Mit dem zweiten, kostenpflichtigen PTV3- Update-Schritt, werden verschiedene Lizenzmodule ausgeliefert, die für das NFDM und den eMP benötigt werden. Genauere Infos dazu folgen, sobald absehbar ist, wann der 2. Update-Schritt zur Verfügung steht. Bis dahin machen wir einen Schritt nach dem Anderen, d.h. führen Sie bitte erst mal das aktuelle PTV3-Update (V3.5.2) durch.

 

Der Konnektor wird mit diesem Update zu einem eHealth-Konnektor, der die technischen Voraussetzungen für die geplanten, zukünftigen Anwendungen bereitstellt. Das heißt jedoch nicht, dass die neuen Anwendungen KIM, ePA, NFDM und eMP jetzt schon zur Verfügung stehen. Wie immer sind in der Telematik verschiedene Dienste und Hardware-Komponenten beteiligt, die in Kombination dieses Maß an Sicherheit und Funktionalität herstellen. Da sich die verschiedenen Komponenten noch in Zertifizierungsprozessen befinden, sollen die neuen Anwendungen nach und nach bis zum Jahr 2022 für die Patienten und Leistungserbringer verfügbar sein.

 

 

 

 

 

KIM – Kommunikation im Medizinwesen

Mit KIM (ehemals Kom-LE) können Sie bald eine weitere Anwendung der TI nutzen. Sie können dann einen KIM-Dienst verwenden, um Nachrichten und Dokumente schnell und sicher an andere an die TI angebundene Leistungserbringer zu schicken. Sie können also mit einem KIM-Dienst verschlüsselte Mails an andere Praxen versenden.

Außer ÄrztInnen und PsychotherapeutInnen werden zukünftig auch andere medizinische Einrichtungen wie Apotheken oder Krankenhäuser, aber auch die Krankenkassen und die KBV an die TI angebunden sein. Ziel von KIM ist es, künftig eine sektorenübergreifende sichere elektronische Kommunikation im Gesundheitswesen zu ermöglichen.

 

  1. KIM wurde eigens für das Gesundheitssystem in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und dem Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) entwickelt, wie im SGB §291b 1e festgelegt. Die Mailkommunikation über einen von der gematik zugelassenen KIM-Dienst erfüllt damit höchste Sicherheitsstandards.

     

    Um über KIM Mails zu versenden oder zu empfangen, ist die TI-Anbindung notwendig, denn KIM nutzt die Komponenten der TI (beispielsweise den elektronischen Praxisausweis). Nur Kommunikationspartner mit geprüfter Identität (Anbindung an die TI) können mittels KIM Nachrichten austauschen, sodass Daten nicht in falsche Hände gelangen können, und Absender nachgewiesenermaßen vertrauenswürdig sind. Durch die kartenbasierte Verschlüsselung können Nachrichten immer nur vom Empfänger gelesen werden.

  2. Sie brauchen zunächst einen KIM-Dienst eines von der gematik zertifizierten Anbieters. Momentan befinden sich noch mehrere KIM-Clients im Zulassungsprozess. Wir halten Sie hierzu auf dem Laufenden. Jeder zertifizierte KIM-Dienst wird wie vorgegeben mit PsyPrax32 kompatibel sein.
    Um KIM nutzen zu können, muss Ihr Konnektor zudem auf die Produkttypversion 3 aktualisiert werden. Das PTV3-Update des secunet-Konnektors wurde Ende August 2020 von der gematik zugelassen und wird Ihnen in Kürze zur Verfügung stehen.
    Zum Ver- und Entschlüsseln der KIM-Nachrichten brauchen Sie zudem einen elektronischen Heilberufsausweis der zweiten Generation (eHBA G2). Für Psychotherapeuten befinden sich die eHBA G2 der Kartenhersteller aktuell noch in der Zulassungsphase. Auch hierzu halten wir Sie gerne auf dem Laufenden.

     

    KIM verschlüsselt und signiert Ihre Nachrichten. Sobald Sie einen KIM-Dienst haben, können Sie zum Verfassen Ihrer Nachrichten die E-Mail-Funktion von PsyPrax32 nutzen, die Ihnen unser Programm dann anbieten wird. Alternativ dazu können Sie auch ein Standard-Mailprogramm wie Outlook nutzen, um über Ihren KIM-Dienst Mails innerhalb der TI zu versenden. Für Sie ist die Nutzung von KIM dadurch bequem – Sie brauchen nur Ihre Nachricht zu schreiben, den Empfänger aus Ihrer PsyPrax32-Adressenliste oder dem KIM-Adressbuch auszuwählen, und dann auf „Versenden“ zu klicken, Ihre Nachricht wird dann verschlüsselt und sicher an den Empfänger übermittelt.

  3. Sie können allen an die TI angeschlossenen Praxen, die bereits einen KIM-Dienst nutzen, Nachrichten und medizinische Dokumente senden.
    Spätestens ab dem 1.1.2021 müssen alle Arztpraxen einen KIM-Dienst nutzen, um eAUs (elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen) Ihrer Patienten elektronisch an die Krankenkassen zu übermitteln. Nach Aussage der KBV ist diese Frist für psychologische Psychotherapeuten noch nicht bindend, aber von einer Verpflichtung der KIM-Nutzung in absehbarer Zeit ist auszugehen. KIM ist zudem nicht zuletzt mit der Perspektive einer baldigen 1-Click-Abrechnung auch für psychologische Psychotherapeuten interessant.

     

  4. Da sich momentan noch alle KIM-Dienste in der Zulassungsphase der gematik befinden, sind bisher keine exakten Kosten bekannt. Laut KBV werden die Kosten aber durch die Finanzierungsvereinbarung von KBV und GKV-Spitzenverband abzudecken sein. In der Finanzierungsvereinbarung ist je Vertragsarztpraxis eine einmalige Einrichtungspausale von 100€ und eine Betriebskostenpauschale von 23,40 € je Quartal veranschlagt.

     

    Zusätzlich können je versendete Nachricht 0,28€ (GOP 86900) und je empfangener Nachricht 0,27€ (GOP 86901) abgerechnet werden, pro Quartal jedoch maximal 23,40€. Hinzu kommt für drei Jahre befristet eine extrabudgetär vergütete Strukturförderpauschale von ca 0,11€ (GOP 01660) je versendeter Nachricht (ohne Maximalbegrenzung).

     

  5.  

     

    ePA – Die elektronische Patientenakte
    Ab 2021 können gesetzlich Versicherte mit der ePA ihre Gesundheitsdaten in eine Art digitalem Patientenbuch speichern. Die Nutzung der ePA ist freiwillig, und nur die Versicherten selbst entscheiden, welche Dokumente in der ePA gespeichert werden, und wer Zugriff darauf erhält. Ob überhaupt eine ePA angelegt wird, entscheidet der Patient alleine.

     

    1. Das entscheidet jeder Versicherte selbst.

      Es wird beispielsweise möglich sein, Röntgenbilder oder Arztberichte in der ePA abzulegen, aber auch Blutwerte, Informationen zu Allergien, Impfungen, Medikation und Vorbehandlungen.

       

    2. Erstmal nur der Versicherte selbst. Zudem kann der Versicherte Ärzten und Psychotherapeuten eine zeitlich begrenzte Zugriffsberechtigung auf seine ePA gewähren.

      Zum Erteilen eines zeitlich limitierten Zugriffsrechts wird die elektronische Gesundheitskarte des Versicherten eingelesen, und der Versicherte muss seine persönliche Geheimzahl am Kartenlesegerät der Praxis eingeben. Behandler können dadurch zunächst nur gemeinsam mit dem Versicherten und nach expliziter Freigabe vom Versicherten auf die ePA zugreifen.

      Wie lange das Zugriffsrecht gilt, ist vom Versicherten festlegbar. Der Zugriff kann beispielsweise für einen Tag, oder gerade bei einer längerfristigen Behandlung auch für einen längeren Zeitraum wie ein Jahr erteilt werden. Das zeitlich begrenzte Zugriffsrecht kann vom Versicherten jederzeit widerrufen werden, beispielsweise unter Verwendung einer eigens für die ePA bereitgestellten App.

      In Zukunft können Versicherte auch anderen an die Telematikinfrastruktur (TI) angebundenen Leistungserbringer, beispielsweise Apotheken, Krankenhäusern oder Zahnärzten temporären Zugriff auf ihre ePA erteilen.

    3. Nur wenn der Patient es ausdrücklich erlaubt (temporäres Zugriffsrecht), ist es dem Behandler möglich, ein Dokument in der ePA abzulegen.

      Ärzte und Psychotherapeuten mit vom Patienten erteilten Zugriffsrecht können über die TI ein Dokument aus PsyPrax32 in die ePA hochladen. Dabei wird das für die ePA ausgewählte Dokument in die ePA kopiert und ist damit weiterhin in PsyPrax32 gespeichert. Das Hochladen des Dokuments muss gezielt vorgenommen werden, Dokumente werden nicht automatisch in der ePA gespeichert.

    4. Ein Leben lang, außer der Patient löscht sie.

    5. Infos von der gematik: https://www.gematik.de/anwendungen/e-patientenakte/ (mit kurzem Erklärvideo zur ePA)
      Infos von der KBV: https://www.kbv.de/html/epa.php
      private Website: https://epa-fakten.de/